Ausstellungen & Events

ab 08.04.2021 Ausstellung “SCHICHTEN”

 

 

Ausstellung “OFFEN” 04.03.-26.03.2021

 
 
 
 
 
 
 
 
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OFFEN

geöffnet, aufgeschlossen, unverschlossen, aufgesperrt, unbedeckt, befahrbar, begehbar, freigegeben, unbeschränkt, uneingeschränkt, aufnahmebereit, empfänglich, entspannt, gelöst, lose, unverpackt, fraglich, umstritten, unbestimmt, unbewältigt, unentschieden, ungeklärt, ungewiss, unsicher, ausstehend, unbezahlt unerledigt, frei, unbesetzt, vakant, aufrichtig, ehrlich, freiheraus, freimütig, rückhaltlos, ungehemmt, unverhüllt, öffentlich, liberal, tolerant
 
Die in der Ausstellung gezeigten Werke von Alfredo Barsuglia, Katharina Mörth und Muzak beschäftigen sich alle auf ihre eigene Weise mit dem Begriff  “OFFEN”, aber gerade diese Vielfalt in Material und Medium lässt die Werke in einen Dialog treten. Durch die fahrend Skulptur “day-to-day” von Katharina Mörth und die Soundinstallation zur Mischtechnikwerkserie “FertiGo” von Muzak wird der Ausstellungsraum zu einem multimedialen Erlebnisraum. Die raumgreifende Installation “Grid” von Alfredo Barsuglia fügt sich in diesen Dialog ein und zeigt ihre eigene Position über den Begriff “OFFEN” auf.
 
Die Ausstellung läuft bis zum 26.3.2021 – Sie können die Galerie Montag bis Freitag, jeweils von 12 bis 14 Uhr besuchen.
Sie können auch in unserem Onlineshop vorbeischauen und sich die Werke der Ausstellung ansehen.
 
 
 
Alfredo Barsuglia, Grid, 2021
 
 
Li – Re: Muzak, FertiGo, 2021 – Katharina, ho-hum, 2021 – Alfredo Barsuglia, V für Vogel, 2021
 
 
 
 
Katharina Mörth, day-to-day, 2021
 
 
Muzak, FertiGo, Szenenbid Nr.4, 2021

25.03.2021 ONLINESTREAM Premiere “OFFEN”

Die Online Premiere des Kurzfilms FertiGo Galerie Edit. von Muzaki fand während der Finissage zur Austellung "OFFEN" am 25.3.21 statt. Der Film ist Teil der Multimedialen Werkserie FertiGO.

Ausstellung “Mass der Unordnung” 25.01.-26.02.2021

Die Ausstellung Mass der Unordnung ist unsere erste Ausstellung für das Jahr 2021 - In ihr zu sehen sind einerseits Skulpturen sowie Zeichnungen von Adrian Uncrut und anderseits Malereien von Dieter Matzaliks.

Sie findet vom 25.01.21 bis 26.02.21 statt.

Unter den zurzeit gegebenen Umständen kann leider keine Vernissage stattfinden, als Ersatz ein Video mit den beiden Künstlern und der Galeristin Susanne Frewein-Kazakbaev, in welchem sie ihre künstlerischen Positionen darlegen:

 

 

Über Adrian Uncrut:

Adrian Uncrut stellt sich in dieser, im Jahr 2020 entstandenen, Werkgruppe Fragen zum Alltäglichen und zu dessen Einflussnahme auf das, was weitläufig als Realität bezeichnet werden will. Dabei fassen seine jüngsten Werke Realität zunächst als persönliche Konstruktion ins Auge, die neben und beeinflusst durch jene kollektive Realität existiert. Kulturelle Normen werden unter diesem Aspekt ebenso verhandelt, wie Sinn und Unsinn gesellschaftlicher Regeln und dem, was als allgemeiner Konsens gilt. Das Individuelle wird dann auf seine daraus resultierenden Erwartungen, Hoffnungen und Ängste hin hinterfragt. So geraten tagesaktuelle Themen wie: Pandemien, Umweltschutz, Psychohygiene, Wahrheit und Verleumdung in den Focus seines momentanen Schaffens. Aber auch die Auseinandersetzung mit der Vanitas, des Lebens und Sterbens in dieser Welt, die jetzt ist, reiht sich in den Fragenkatalog des Adrian Uncrut und wird auf ironische Weise durch die Materialtät der Werke transportiert. Die Idee bzw. die Fragestellung hat in seinen Arbeiten den Vorrang. Dieser wird ihr von der Ästhetik auch mit einem selbstbestimmten Handkuss überlassen, wenn Readymades, objets trouvés und banale Alltagsgegenstände das Recycling in der Kunst in ein neues, aktuelles Licht rücken.

Was wir sehen ist nicht nigelnagelneu. Was wir sehen ist, was wir vielleicht schon lange nicht mehr sehen können, allzu oft übersehen und vielleicht auch nicht oder nie sehen wollen. Aber wir sehen, was wir unbedingt sehen müssen!

verfasst von Ana-Maria Altmann

 

Über Dieter Matzaliks:

Es gibt ein Zitat Dieter Matzaliks zu seiner künstlerischen Herangehensweise, das, obzwar schon fast 15 Jahre alt, nichts an Aktualität eingebüßt hat:

„Ich spiele mit Formen … und ich spiele mit Farbe, das ist meistens ein Suchen nach der richtigen Farbe für die erspielten Formen. … Ich spiele quasi vom Blatt, vom Skizzenblatt, zuerst und vergesse das mit zunehmender Tiefe, in die mich das Entstehende zieht. Es entwickelt sich daraus ein gewisses Repertoire an Formen und Farben, das einige Zeit seine Gültigkeit hat; ich lerne das auswendig, aber es entsteht doch immer neu und, bei gleichem Thema, immer anders.“

Ein durchs Atelier schweifender Blick und man erkennt sofort, was mit diesem entwickelten „Repertoire an Formen und Farben“ gemeint ist. „Unspektakuläre“, einfache Gegenstände wie Tragetaschen, abgetragene Schuhe, Sitzmöbel oder Äpfel zum Einen und andererseits „unexotische“ Haus- und Nutztiere wie Hunde, Hühner und Kühe werden expressiv einem undefinierten, zumeist in Grautönen modulierten Farbraum eingeschrieben.

Und dann sind zwei formale Konstanten im Spiel, die ich als äußerste Pole im Formen- und Farbenrepertoire Matzaliks bezeichnen würde, zwischen denen alle anderen Gegenstandsumkreisungen stattfinden und die offensichtlich nie an Gültigkeit verlieren. Die Bedeutung dieses Gedankens wird für mich noch dadurch bestätigt, dass sich der Künstler selbst in dieser aktuellen Ausstellung  auf genau diese beiden Ausformungen seiner spielerischen Suche beschränkt.
Den einen Pol bevölkern in der Mehrzahl großformatige, in pastosen, oft breiten Pinselhieben ausgeführte Gräser-, Gitter-  oder Balkenbilder, in denen sich, wie es scheint,  die Form zugunsten der Farbe aufgelöst hat. Diesen entgegengesetzt behaupten sich auf Kleinformaten stereometrisch-architektonische Formen in ihrer ganzen Schwere. Sie stehen monolithisch da, erinnern an dreidimensionale Buchstaben (der Künstler selbst spricht über eine dieser Werkreihen von seinem „Alphabet“) oder auch an streng-orthogonale Entwürfe für Gebäude.

Wir dürfen an dieser Stelle nicht außer Acht lassen, dass Dieter Matzalik nicht nur als Maler sondern mit ebenbürtiger Intensität auch als Architekt tätig ist. In diesen Bildern schafft er gleichsam eine Verbindung zwischen diesen Betätigungsfeldern, fast so, als würde er sich malerisch Formen für seine Architektur erspielen wollen. Um hier kein Missverständnis aufkommen zu lassen: es handelt sich keineswegs um Skizzen oder gar Entwürfe für gebaute Architektur sondern um eine ganz und gar eigenständige, allein für sich stehende Malerei. Die Architektur ist, überspitzt formuliert, nur eine ins Dreidimensionale gesteigerte Möglichkeit auf seiner Formensuche, ein weiterer  – wenn auch gewichtiger - Buchstabe im Alphabet.

Die Klammer, die alle diese Form- und Farbvarianten zusammenhält, ist die Malerei selbst. Mit Pinselstrichen unterschiedlicher Breite projiziert Matzalik entweder Gegenstände auf den zumeist getrübten, in gebrochenen oder entsättigten Farben gemalten Raum oder er verdichtet und verräumlicht damit seine an sich antiillusionistischen Gräser- und Gitterbilder. Der Aspekt des Beendens eines Malprozesses obliegt dabei dem Künstler, der damit auch der Selbstvergessenheit in diesem Prozess ein Ende setzt. Mit dieser Setzung bestimmt er, wann ein Bild „fertig“ ist, wann es sich um „gute“ Malerei handelt. Der richtige Zeitpunkt hängt für Matzalik auch immer davon ab, welches „Maß an Unordnung“ dem Bild beigefügt wird.

Eine persönliche Handschrift wird bei der Herstellung dieser – am Ende doch kontrolliert gesetzten - Unordnung nicht verschleiert oder gar vermieden sondern ganz im Gegenteil: ein expressiver Gestus durchzieht und verbindet alle Werke, ganz unabhängig vom dargestellten Objekt, auf das der Künstler in seiner spielerischen Suche gerade trifft.

Mit dieser expliziten Expressivität befindet sich Dieter Matzalik natürlich in einer Tradition, die man fast als Grundkonstante österreichischen Kunstwollens bezeichnen könnte. In der Malerei reicht sie vom Oskar Kokoschka der Nachkriegszeit bis zu den gegenständlichen Farbexplosionen der „Jungen Wilden“ in den 1980er und -90er Jahren etwa eines Siegfried Anzingers oder Herbert Brandls.

Was diese Künstler trotz aller Unterschiedlichkeit eint und auch mit Dieter Matzalik verbindet ist eine gewisse Dringlichkeit, die aus dem Primat der Malerei als expressiver Akt resultiert. Es geht um Malerei als Malerei, Theorie- und Konzeptfragen sind zugunsten des Tuns hinweggewischt. Im über und über mit Bildern, Skizzenbüchern, Farbtuben und Malwerkzeugen überhäuften Atelier Matzaliks überfällt einem das Gefühl, Malerei fungiert hier als Mittel UND Zweck, als MÜSSTEN quasi die Bilder gemalt werden, als MÜSSTEN einer Malerei, die sich nicht als „Sinn für Wirklichkeiten sondern als Sinn für Möglichkeiten“ (R. Musil) begreift, diesen in seiner Formensuche ständig neue hinzugefügt werden.

Gleichzeitig, so scheint es, führt Matzalik ein bändigendes Moment ein. Um sich nicht im Rausch der Möglichkeiten zu verlieren, beschränkt er sich auf nur wenige Gegenstände, die er seinem Findungsspiel unterzieht. In einem mit mir geführten Gespräch erwähnt der Künstler in humorvollem Zusammenhang – Matzalik imaginiert sich ein durchaus befriedigendes Dasein als Fälscher dieses Meisters – und nicht ohne Bewunderung einen großen Einzelgänger in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts, den man durchaus als Großmeister der Formenreduktion bezeichnen kann: Giorgio Morandi.

Nach einer relativ kurzen Anfangszeit, in der sich Morandi mit dem Futurismus und der Pittura metafisica, der er auch zugerechnet wird, beschäftigte, entwickelt der Italiener ab den 1920-er Jahren ein Konzept von Stillleben, das sich auf ganz wenige Gegenstände wie Flaschen, Krüge und Becher konzentriert. Ähnlich wie Morandi experimentiert Matzalik mit der Darstellung von Raum und Fläche, indem beispielsweise den Dingen malerisch Schatten hinzugefügt werden. Und bei beiden finden sich zwar keine Menschendarstellungen, aber die ausgewählten (Alltags-) Gegenstände stehen nicht für sich sondern erlangen erst durch den Menschen ihre Bedeutung: im Fall Morandis durch deren Herstellung, im Fall Matzaliks – sieht man von den beiden weiter oben formulierten Formkonstanten ab - durch deren Verwendung. Doch ganz anders als bei Morandi lässt er die auf einer angedeuteten Tischplatte stehenden Dinge nicht gegenseitig in Beziehung treten sondern stellt sie immer vereinzelt in einem nicht näher definierten, unendlichen Farbraum dar.

Losgelöst und frei von Bezügen, jedes als erspielte Möglichkeit für sich.

verfasst von Alexander Pointer

 

 

Impressionen der Finissage am 26.2.21:

                   

                   

Ausstellung “MASHUP” 10.12.2020 – 30.12.20

Ausstellung Mashup

Mashup_Romana Brandstätter und Hanna Hollmann_Galerie Frewein-Kazakbaev_os_2020

MASHUP – Arbeiten von Romana Brandstätter und Hanna Hollmann im Dialog

In der Ausstellung „MASHUP“ treten die Arbeiten zweier Künstlerinnen in Dialog, die bei aller Unterschiedlichkeit in formaler und konzeptueller Hinsicht vielfältige Ansatzpunkte bieten, um sie in ein reizvolles ästhetisches wie auch thematisches Spannungsverhältnis zu setzen. Dieses beruht einerseits auf Gemeinsamkeiten – wie die Beschäftigung mit ähnlichen Themen, aber auch einer da wie dort ausgeprägten, Parallelen aufweisenden Formensprache – und resultiert andererseits aus einander eher gegenläufigen Eigenschaften und Charakteristika, wie Abstraktion versus Figuration oder achromatischer Reduktion gegenüber sinnlicher Farbfülle.

 

Die sich daraus entwickelnde facettenreiche und faszinierende Wechselwirkung der Werke von Romana Brandstätter (*1978) und Hanna Hollmann (*1980) erweitert in beiderlei Richtung den Deutungshorizont und erzeugt zusätzliche Impulse. Als würden die Arbeiten in einem Verhältnis wie jenem von Frage und Antwort oder auch von antagonistischen Positionen stehen, treten umso deutlicher die künstlerische Handschrift, unverkennbare Merkmale und Qualitäten hervor. Zugleich kristallisiert sich Verbindendes heraus.

 

Ästhetische Verfahren als Wege zur Erkenntnis

Gemeinsam ist den beiden Künstlerinnen, dass sie durch ihre ästhetischen Verfahren und Arbeitsweisen den eigenen Erkenntnisprozess vorantreiben. So nähert sich Hanna Hollmann durch Konzentration diversen Objekten an, um sich im selben Moment vom Objektbezug zu lösen. Ihre Zeichnungen bilden nicht nur ab, sondern verorten vielmehr einen Impuls und erhalten dadurch eine bewusst unbewusst gesetzte Bilddynamik. „Ebenen überlagern sich, Eindeutigkeit verschwindet, Spurenhaftes rückt in den Vordergrund und wird Teil der Bildfindung“, so die Künstlerin. Wie bei Variationen in der Musik setzt sie statt aufs perfekte Blatt auf das Ausloten einer Vielzahl an Möglichkeiten, um sich einem Motiv anzunähern.

 

Romana Brandstätter hinterfragt in ihren Arbeiten unter anderem die Wahrnehmung und Auffassung von Wirklichkeit. Ausgehend davon, dass wir alle sprichwörtlich in unserer eigenen Welt leben, sieht sie zwar große Überschneidungen bei den „Einzelwirklichkeiten“, hält allerdings das sich individuell Unterscheidende für wesentlich. So versucht sie, die Figuren in ihren Bildern in deren ganz eigenen, momentanen Welt bzw. Wirklichkeit zu fassen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der verschwimmenden Grenze von Traum und Wirklichkeit zu, wie die Künstlerin erklärt: „Ich verstehe Träume als ein Wachen im Schlaf und ein Reisen in unsere innere Wirklichkeit, die zur Katharsis, zur inneren Klärung und (Selbst-)Erkenntnis führen kann.“ Eine große Faszination übe Surreales wie das Alogische und die Unbegrenztheit der Möglichkeiten in den Traumwelten auf sie aus.

 

Das ausgesetzte Individuum in hintergründiger, vielschichtiger Begegnung mit der Natur

„Es sind die Fragilität und Ausgesetztheit des Individuums – sowohl im bewussten als auch im unbewussten Dasein – Spannungsfelder wie Nähe und Distanz oder Eingrenzung und Unbegrenztheit, die mich beschäftigen“, so Brandstätter. In ihren großformatigeren Bildern finden sich die Figuren – das fragile, sich selbst überlassene Individuum – meist sind es Kinder oder Jugendliche – inmitten der Natur, wobei diese oft an Traumlandschaften erinnert, sei es durch das Aufheben der Schwerkraft, irreale Proportionen oder irritierende Details. So changieren die Szenerien zwischen Idealtypischem und Rätselhaftem, vermitteln Idylle wie auch Befremden, Naturnähe wie auch Entrücktheit, und offenbart sich etwa „unheimliche Geborgenheit“ als doppeldeutig. Auch bei menschenleeren Landschaften hebt die Künstlerin in der Natur vorfindliche Strukturen hervor und vertieft sich ebenso bei ihren rein naturalistischen Darstellungen in Details.

 

Durch die beiden letzten Aspekte treffen sich Brandstätters Werke in besonderem Maße mit jenen von Hanna Hollmann. Als Inspiration für ihre Herangehensweise nennt die Künstlerin  „die Wahrnehmung der unmittelbaren Umgebung bzw. deren Übersetzung, das Ineinandergreifen von sichtbaren und unsichtbaren Abläufen, das Zusammenspiel und die Zusammengehörigkeit von allem in der Natur – deren ausufernd dringliches Wachstum sowie die Vergänglichkeit von allem Gewachsenen.“ Sie sammelt Schnüre und Fäden, liest Weggeworfenes auf, untersucht, betrachtet, beginnt zu zeichnen, zu drucken, zu collagieren. Assoziationsräume sollen sich öffnen, so Hollmann. Überlagerungen, Kratzer, Einschlüsse von Schmutz und Fehlstellen werden wesentlicher Bestandteil der Bildkompositionen, die in Brandstätters phantasmagorischen Irritationen ihren Widerhall finden, wodurch die gemeinsame Ausstellung MASHUP um sublime Wechselbeziehungen bereichert wird.

Olaf Sailer

 

Romana Brandstätter, Schläfer                Hanna Hollman, Collage Gross 2/3

Romana Brandstätter, Der Schläfer, 2016. Hanna Hollmann, Collage Gross 2/3, 2020.

             

Hanna Hollmann, Blumen 1/5 Sri (Sri Lanka), 2018. Romana Brandstätter, auf Augenhöhe, 2019.

der artwalk18

heuer bereits zum 7. Mal  – der artwalk18

ein spaziergang durch das kulturelle schaffen des 18 bezirks

Freitag 11. September / 18 – 20 Uhr

Samstag 12. September / 14 – 20 Uhr

Sonntag 13. September / 14 – 19 Uhr

RE-START Vernissage der Gruppenausstellung der Künstler von 2019

Gruppenausstellung der Künstler von 2019 

RE-START

Heike Schäfer

Maria Bußmann

Valentina Wecerka

Ali  Al Taiee

Franz Part

Herbert Pasiecznyk

Joachim Keller

Leslie de Melo

Niclas Anatol

Stephan Hafner

Ausstellung “Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm” 08.10.2020 – 13.11.20

Die Ausstellung "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" ist eine Gruppenausstellung der Künstlerinnen Claudia Antonius, Bettina Beranek und Eva Hradil.

 

Die Ausstellung läuft bis zum 13.11.2021.

Eva Hradil, Durchsichtig, 2020. Bettina Beranek, Bildstörung 10, 2020.

Bettina Beranek, Bildstörung 5, 2020. Eva Hradil, ohne Titel, 2020. Eva Hradil, 50er-Sessel, 2020.

Bettina Beranek, Bildstörung 13, 2016.

Claudia Antonius, Arche 6, 2019. -  Eva Hradil, Sieben auf einem Streich (Kuschelsessel), 2019. - Eva Hradil, Sessel-Es, 2019. - Claudia Antonius, Arche 5, 2019. - Eva Hradil, Das Motiv fällt nicht weit von der Malerin, 2020. Bettina Beranek, Bildstörung 3, 2015. - Bettina Beranek, Bildstörung 6, 2015.

Ausstellung “STILLER BLICK” 05.03.2020 – 28.03.2020

Gruppenausstellung von Litto & Osso

Ausstellungsdaue: 06.03.-28.03.2020

 

„Sie/Er bleibt hängen, schaut mich an,

wandert in meinem Geist herum,

gibt einfach keine Ruhe,

bis ich sie/ihn auf der Leinwand habe.

Sie/Er lächelt micht an.

Ich mache weiter…”

Mehr über die KünstlerIn:

Litto / Daniela

litto.work

#ms.litto

Osso

osso-art.com

#osso_artworks

Vernissage der Ausstellung photosynthesis, 23.01.2020, 19 Uhr

Gruppenausstellung der Künstlerinnen Sigrid Friedmann und Alexandra Kromus

Ausstellungsdauer: 24.01-28.02.2020

Mehr über Sigrid Friedmann:

http://www.sogx.net/sites/de/wir/sigrid_friedmann01.html

Mehr über Alexandra Kromus:

http://alexandra-kromus.at/

PHOTOSYNTHESIS / Februar 2020

SIGRID FRIEDMANN:

In ihrer Serie „Fruchtkörper“ setzt sich Sigrid Friedmann mit dem (barocken) Stillleben auseinander, transformiert es technisch in unsere Zeit und interpretiert es auf persönliche und sinnliche Weise neu.

Haben die Maler früherer Jahrhunderte Früchte und Gemüse arrangiert, um sie dann mittels Pinsel und Farben auf der Leinwand abzubilden, so werden bei Friedmann Obst und Gemüse selbst zu Pinsel und Farben. In einem ersten Schritt werden die Früchte – stilllebenartig – auf die Scannerplatte arrangiert. Der technisch kühle und scheinbar objektive Scanvorgang wird für die Künstlerin dann zu einem sinnlichen, intuitiven Prozess: in völliger Dunkelheit (um einen schwarzen Bildhintergrund zu erhalten) legt Friedmann ihre Hände auf die Früchte und bewegt sie während des Scannens, „malt“ mit ihnen ein zu diesem Zeitpunkt unsichtbares Bild (das Ergebnis sieht sie jeweils erst im Nachhinein). Durch diesen Vorgang verleiht sie dem dabei entstandenen Abbild der Früchte neue Formen und Strukturen. Das ursprünglich Abzubildende wird zum Abbildenden, zum Ausgangspunkt für etwas Neues (in dieser Hinsicht könnte man sich an Arcimboldo erinnert fühlen).

 

Der Vanitas-Gedanke, der in barocken Stillleben stets mitschwang, wird hier weiter gesponnen: aus den verrottenden Früchten erwachsen – im Bild – neue (Ausdrucks)Formen, genau so wie auch in der Natur die alte Frucht Humus und Samen für die neue Frucht bereitet – denn jedem Ende wohnt ein Anfang inne. In der wörtlichen „Photo-Synthese“ zwischen dem Gemüse, Friedmanns Bewegungen und dem Scanner werden die – teils schon verfaulenden – Früchte zu einem neuen, anderen Leben erweckt. Ihrer ursprünglichen Bedeutung enthoben, entfalten sie ein dynamisches Eigenleben, werden sie zu neuen, bisher unbekannten, originären (Frucht)körpern.

Und doch erzählen die Fotos vom Vergehen, von zeitlichen Abläufen und ihrer Unwiederholbarkeit: Durch das Scan-Verfahren wird ein ephemerer, bewegter Prozess festgehalten. Gebannt in ein Standbild entsteht der Eindruck, eine eigenständigen Lebensform vor sich zu haben, die jedoch ausschließlich im Moment ihrer Entstehung existierte und weder greif- noch wiederholbar ist. Entstehen und Vergehen im Sekundentakt.

 

Text von Clara Kaufmann

 


ALEXANDRA KROMUS:

Worte haben mich zu diesen Bildern inspiriert.  Die Bilder der drei Königinnen sprechen von Armut,  Abfall und Überfluss.  Hier Bilder dort Worte.

Riesige Landstriche in Äthiopien sind von Dürre betroffen. Dutzende Elefanten verhungern auf Grund von Dürre in Zimbabwe. Textilindustrie vergiftet Flüsse und Trinkwasser. Zehntausende tote Trottellummen angeschwemmt. Ölpest in Brasilien – Indigene protestieren. Jeder 3. Mensch hat keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. Eis zu dünn für Robbenjagd. Eisbären wagten sich in Dorf. 15 Journalisten wegen Umwelt Artikel getötet.  Australien legt sich auf keinerlei Einschränkungen bei CO2 Ausstoss fest. Waldbrände in Brasilien. Medikamente im Abwasser. Mikroplastik. Mikrostrudel. Pyroplastik. Müllhalden. Brände im Amazonas Regenwald von Viehzüchtern absichtlich gelegt. 2015 – 2019 die heisseste Fünfjahresperiode seit 150 Jahren. Pizol Gletscher verliert 90 Prozent seines Volumens. Schiffe kippen Plastikmüll illegal ins Meer. Treibhausgas – Emissionen. Emissionshandel. CO2 Äquivalenten. Recyklingquoten. Materieller Wohlstand geht zulasten der Umwelt. Hitze. Dürre. Stürme. China weigert sich Müll aus westlichen Ländern zu importieren. Indonesien kündigt ebenfalls Einschränkungen an. Durch die Müllberge verschwinden Reisfelder und die giftigen Chemikalien landen in der Nahrungskette. Eier aus Indonesiens Plastikabfallhotspots enthalten alarmierende Konzentrationen von Dioxinen, Perfluoroctansulfonsäure und anderen verbotenen Chemikalien. Große Tiere schlucken Unmengen an Plastik. Kleine Mikroplastikteile sind problematisch für Mantarochen und Walhaie. An der Südseite der Alpen sind innerhalb kürzester Zeit Unmengen an Schnee und Regen niedergegangen. Mehr als 10.000 Kinder schürfen in Madagaskar nach Glimmer für Autoindustrie, Kosmetikindustrie und Elektroindustrie. Die Kinder leiden unter Rückenschmerzen, Verletzungen, Kopfschmerzen und Lungenerkrankungen. Gesundheitsgefährdung durch Staub. Lichtverschmutzung ist Beschleuniger für Insektenschwund. Gletscher schmelzen. Almen sterben. Berge brechen auseinander. Textilfabrik eingestürzt. Sandstrahl Verfahren bei Jeans lässt Arbeiter an Staublunge erkranken.

Text von Alexandra Kromus

GRAY & COLOR / November 2019

Eine Ausstellung von Herbert Pascieznyk  und Franz Part

Text – Herbert Pascieznyk

 

Alle Bilder sind aus Staub gemacht.

 

Setze das Kleine gegen das Große

Das Runde gegen das Kantige

Das Raue gegen das Glatte

Die kalte gegen die warme Farbe

Totes und Lebendes

Schlafendes und Waches

Altes und Junges sind eins

Ich nehme Formen aus Kunst und Natur

Verbiege und verforme sie

Ich vereinfache auf Dreieck Kreis Quadrat

Verändere Farbe und Struktur

Ich weiß, dass jedes Bild ein eigener Kosmos ist.

Mein Ziel ist es,

Seltsames, Fremdes und Wildes zu malen

und es soll mitten ins Herz treffen.

 


Text – Dimitriya Geleva

Marcel Duchamp (1887 – 1968) war ein französisch-amerikanischer Maler, der als Mitbegründer der Konzeptkunst gilt und bis heute Inspiration für Franz Parts’ künstlerisches Schaffen ist. Duchamp ist für seine Alltagsgegenstände bekannt. Er stellte sie im ästhetischen Kontext in Galerien und Museen aus, um die Vorstellung über  „schöne“ Kunst zu kritisieren und das damals noch viel erörterte Thema der Ästhetik aufzugreifen. Durch seine Objekten hat er das Thema der Anti-Ästhetik, im Sinne einer Gegenposition zu Kunsttheorien bezüglich dem Schönen und Wahren, in eine diskursive Praxis umgesetzt.  Der Künstler Franz Part greift aber noch tiefer in die Sinnmachung eines Kunstwerkes mit seinem Konzept gray matter. Gray matter sollte in diesem Sinne der visuellen Kunst opponieren um die kognitiven Aspekte der Ästhetik im Betrachter zu wecken.

“Ultimately, it should not be looked at… It’s not the visual aspect of the Readymade that matters, it’s simply the fact that it exists.… Visuality is no longer a question: the Readymade is no longer visible, so to speak. It is completely gray matter. It is no longer retinal.” – Duchamp

Franz Part’s Werke spiegeln die kunstgeschichtliche und kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff Ästhetik und das wichtige Konzept Duchamps über „gray matter“ wieder.

“Generate ideas, no matter how wild or far-fetched, and enable new associations to be made in the gray matter of your brain.” — Marcel Duchamp

Er greift durch die zahlreiche Referenzen in seinen Werken nicht nur in der Kunstgeschichte als wichtigen Teil des Kunstschaffens zurück, sondern verbindet auch die Diskurstheorie, unter dem Einfluss der Digitalen Revolution, mit der heutigen Realität der Kultur und Epoche, in der sich die Kunst befindet.

“Bei meinen Arbeiten muss man eigentlich immer viel wissen. Wie Marcel Duchamp gesagt hat: wenn es um Mathematik geht, sagen alle, sie kennen sich nicht aus, aber wenn von Kunst die Rede ist, hat jeder eine Meinung. Dabei ist Kunst auch eine Disziplin, in der man viel wissen sollte. Davon bin ich ganz fest überzeugt.” – Franz Part

 

 

 

Ausstellung des Künstler MANSURSHON / Oktober 2019

5-jähriges Jubiläum der Galerie

Vor 5 Jahren haben wir die erste Ausstellung des Künstlers Mansurshon und somit auch die Galerie eröffnet.

5 Jahre später wollen wir dasselbe machen und mit euch unser Jubiläum zusammen feiern!

Am 4. Oktober findet deswegen die Vernissage der Ausstellung von dem Künstler Mansurshon und unser Jubiläum statt!

Für 5 Jahre habt ihr uns unterstützt und deswegen wollen wir einen riesigen Dank mit guter Kunst (Vernissage der Ausstellung des Künstlers Mansurshon) und wie immer mit gutem Wein (Weingut Georg Toifl) sagen!

Wir freuen uns sehr euch wieder begrüßen zu dürfen!

MANSURSHON
www.mansurshon.com

Weingut Georg TOIFL
http://www.weingut-toifl.at/
Weingut Georg Toifl

Mushroomed / September 2019

Künstler:

Romana Egartner

Rene Herar

Natia Kalandadze

Josef Kleindienst

George Kubla

Pia Lattanzi

Christoph Mayer

Slobodan Orescanin

Hawy Rahman

Rosa Roedelius

Celine Struger

 

11 verschiedene Künstler, 11 verschiedene Stile, 1 gemeinsame Liebe für Kunst!

 

LOST IN SPACE DELUXE – Niclas Anatol

Text – Niclas Anatol

Die Intensität und Dichte von Strukturen aus Mikro und Makrokosmos verdichten sich zu einem Ganzen. Das Triptychon die „große“ Bau-Stelle zeigt die mehr als 15 jährige Beschäftigung mit dem Thema Stadt, Urbanität und Raum. Der Reichtum an Strukturen und Ebenen sucht hier seinesgleichen und ist als eigenständiger Zyklus zu betrachten. Ausgehend von urbanen Szenarien, die scheinbar ausgehebelt werden und sich frei im Bild-Raum bewegen beginnen verdichten sich eigene wie gesellschaftliche Erfahrungen und Prozesse in den drei Großformaten zu Einem. Die Strukturen, Überlagerungen und Verschiebungen sind mit einer schemenhaften Konstruktionsrasterung unterlegt, die nicht stringent im Hintergrund verweilt sondern an bewusst gewählten Stellen über die Ebenen hinweg in den Vordergrund drängt.

 

 

Körperübung ist eine Serie, die aus konzentrierter Energie, Farbe und Geschwindigkeit heraus entsteht. Innerhalb kürzester Zeit wird möglichst viel Intensität in den Prozess des Malens konzentriert. Die Formfindung steht nicht im Vordergrund. Sie ergibt sich aufgrund der Farbüberlagerungen. Raum und Tiefe der Formen definieren sich über die Farbkomposition und die spontane und intuitive Pinselführung. Das über die Geschwindigkeit gesteuerte Auftragen und Überlagern von Farbschichten bildet den Körper heraus.

 

 

Lost in Space Deluxe oder Urknall. Raum wird als methodische Aufarbeitung über Entschleunigung definiert. Die Verschneidung von Elementen erzeugt durch eine Neukomposition der einzelnen Zeichnungsfragmente virtuelle Körperformen.

Diese angerissenen Umrisse, Umfänge, Umlaufbahnen greifen ineinander über und bremsen einander gleichsam ein. Durch Überlagerungen von Strukturen entsteht Räumlichkeit und Tiefe in den Werken.

Hinter Glas, wie in einer Vitrine präsentiert und auf Distanz zum Betrachter, tun sich hier Räume auf, die über die aggressive, schnelle und kraftvolle Strichführung die Dimension der Zeit mit einbezieht und gleichsam ausbremst.

Es werden Möglichkeiten angerissen, die mit einer scheinbaren Beliebigkeit kokettieren, die es auch geben könnte, aber durch die bewusste Setzung der Fragmente ausgeschlossen wird.

Man verliert sich gerne in der Dynamik und Energie, die von diesen Werken ausgeht und ist im selben Moment von der Harmonie und Entschleunigung fasziniert. Es sind Bausteine einer Mehrdimensionalität, die unweigerlich über das Ausschneiden und neu Setzen miteinander in Diskurs treten und zu einem erweiterten Verständnis von Form und Raum führen.

 

Die Beschäftigung mit Bildhauerei hat das in sich Wiederkehrende, Konzentrierte und Geschlossene über Geschwindigkeit und Leistung eindeutig erweitert.

 

 

Mit scheinbar beweglichen und temporären Öffnungen präsentiert sich Babel oder so. Ein Raumgebilde, aus Ringen und wieder Umfängen und Umlaufbahnen, die ineinander gesteckt und verkeilt zu immer neuen Formationen fähig ist. Es ergeben sich je nach Blickwinkel neue Öffnungen und Löcher, die in dem Modell die Vorstellungen das Etwas sein könnte andeutet.

Das ineinander Geklemmte und Verkeilte bildet Volumen bzw. Räumlichkeit aus, wodurch sich Formen und Dimension in interne und externe Gebilde aufspalten und in der Skulptur Babel oder so zu sehen ist. Manchmal ist da auch ein Loch, dass auch ein Ring, Kreis oder Öffnung sein will; einen hinein zieht und wie ein schwarzes Loch in eine andere Sphäre leitet wo bereits das Nächste auf einen wartet.

 

Sich auf nichts festlegen sondern das Erkannte, Erlernte und Verstandene wieder und wieder zu dekonstruieren, und neue Fassetten daran zu entdecken, ist das prägnante an meinem künstlerischen Schaffen. Es ist ein ewiges Rad (Ring) das Ergebnisse zu Prozessschritte erklärt und dadurch neuen Schwung und Antrieb erhält.

DA(-)ZWISCHEN – Leslie De Melo, Val Wecerka

Text- Val Wecerka

Es war im Jahr 1992, als Val Wecerka ihre Heimat verließ, um sich hier in Wien niederzulassen. Die junge Künstlerin zog damit nicht nur in ein neues Land, sondern quasi auch in ein neues politisches und ökonomisches Universum. 1994 inskribierte sie an der Universität für angewandte Kunst in Wien, die sie mit Auszeichnung abschloss. In dieser Zeit entstanden vor allem zahlreiche figurative Bilder und Gobeline (Bildteppiche), die Val Wecerka selbst gewebt oder geknüpft hat. Seit 2013 widmet sich die Künstlerin voll und ganz der abstrakten Malerei. In ihrer Kunst setzt sie konsequent auf Wiederholungen von Materialien, Schriftbildern und Formen, die ihren ursprünglichen Zweck nur noch erahnen lassen und in ihrer neuen geometrischen Anordnung ein völlig neues Ganzes ergeben.

Heute ist sie eine international anerkannte Kunstschaffende, die nicht nur regelmäßig in Wien bzw. in Österreich, sondern auch in York, New York, Venedig oder Rom ausstellt.

Ihr Werk wurde zweimal für den bekannten österreichischen Strabag Art Award sowie in den Jahren 2016 und 2018 auch für den Aesthetica Art Prize in Großbritannien nominiert.

Text – Leslie De Melo

Leslie De Melo geboren in Dar-es-salaam ,indische Herkunft studierte an der Akademie der  bildenden Künste in Wien 1987 bis 1992. Er schloss sein Studium mit Auszeichnung  1992 ab. Sein Wirken als Künstler erstreckt  sich in diverse europäischen Städte wo er seine Werke  ausstellte. Viele Werke sind in Öffentliche Sammlungen und einige sind im öffentlichen Raum  permanent  präsentiert. Stadt Zwettl .Zuletzt hat er im Österreichischen Kulturzentrum New York in einer Gruppen Ausstellung Seine Sari Bilder in der Ausstellung BEAUTY COTEST gezeigt. Leslie De Melo  arbeitet in unterschiedlichen Medien Malerei, Zeichnung, Skulptur ,Installation, FotoProjekte,Textematerial.

Auszug aus einem Text  von Dr Berthold Ecker

Leslie de Melo ist ein Künstler mit geradezu globalen Interessen. Dies mag einerseits in seiner Herkunft begründet sein, – Afrika, Indien und Europa gaben ihm verschiedenste kulturelle Möglichkeiten, Bedeutungen und Sichtweisen mit – andererseits ist sein Wesen von einer ungewöhnlichen Offenheit ausgezeichnet, die kulturell Festgefügtes aufbricht, Konventionen hinterfragt und zu neuen Verbindungen verschmilzt. Verschiedene Kunst- und Kulturfelder und ein besonderes Verständnis von der Rolle des Künstlers wachsen in seiner Arbeit zu einem neuen Ganzen zusammen. De Melos künstlerische Entwicklung liest sich paradigmatisch zur fortschreitenden Globalisierung, die seine Generation als Erste auf breiter Basis miterlebt und –gestaltet.

Raum, Figur, plastisches Gestalten und perspektivische Erfassung, wie sie seit der Frührenaissance entwickelt und in der abendländischen Kultur gebräuchlich wurden, sind in seiner Kunst einem neuen Diskurs unterworfen. Fläche, formale Reduktion und ein sehr vitales Kolorit stehen im Vordergrund der Bildwirkung.

Seine Bildfindung  bezieht sich auf alle Möglichkeiten, die in einer Thematik stecken, auf die bildnerisch/malerischen Aspekte genauso wie auf philosophische, psychologische, mythologische, religiöse oder gesellschaftsrelevante Fragestellungen.

Ganslwochen mit Beilage – Azadeh Vaziri, K.Joachim Keller, Ali Al Taiee

„Künstler als Beilage“  in der heutigen Zeit, oder schon immer?

Malerei/ Skulptur/ Videorauminstallation

Ganslwochen sind ja lange Zeit harmlose Festereignisse gewesen. Doch in unserer Zeit heute wird alles, aber wirklich alles so dermaßen vermarktet und aufgeblasen, dass die Nebensache zur Hauptsache wird. Vieles andere aber – so wichtiges auf der Strecke bleibt. Unsere Welt wird von Ökonomen bestimmt, nicht von Naturwissenschaftlern. Dinge werden erfunden und nicht hinterfragt, ob wir sie wirklich brauchen, der Markt bestimmt alles. Wer braucht eigentlich autonom fahrende Autos? „Künstler sind zu einer netten Beilage geworden“, sie spielen in diesen Entwicklungen eine kleine Nebenrolle.

Azadeh Vaziri rückt  Kinder in den Vordergrund ihrer Arbeit, sie sieht sie als Philosophen, die immer auf der Suche nach Geheimnissen des Lebens sind, sie sind noch neugierig und werten neutraler als Erwachsene, denn sie sind nicht vom Materiellen erfasst, zumindest bis zu einem gewissen Stadium der Erziehung. Es wäre klug, so Vaziri, aus der materiellen Welt zu fliehen und das eigene Ego gewissermaßen auch gleich zurück zu lassen. Denn jeder andere Weg wäre nur Kampf und Zerstörung. Was zählt ist das Kind im Inneren zu erreichen, aber es ist wohl der schwierigste Weg, sagt sie. Letztendlich aber würde sichs auszahlen, diesen Weg zu gehen: „Egoabbau“, es wäre ein Beitrag für den Frieden. In ihrer Arbeit versucht sie die grausame, zeitgenössische Welt hinter einem rosafarbenen Fenster eines Kindes zu stellen, eine Art ironischer Blick auf unsere Zeit.

Ali Al Taiee, der lange Zeit, die abstrakte Malerei forcierte, sieht sich mehr und mehr gedrängt, auf gesellschaftspolitische Ereignisse zu reagieren, und dabei entdeckt er auch seine eigene, schwache Seite. Der Rückzug in die „Vier Wände“, denkt sich eine Revolution vom Bett aus zu starten (Film) stellt seine Arbeit unter dem Bild und dem Begriff „Verlorene Paradiese“, Paradiese der Erinnerung, stellt da, wie schwer es sein wird, Dinge wirklich zum Guten zu wenden. Und erinnert uns daran, dass alles auf der Straße im Kampf errungen worden ist. Nichts wurde geschenkt, alles musste erkämpft werden.

Joachim Keller hat stellvertretend für eine allgemeine Veränderung, bzw. wie er meint,Verarmung unserer (Um)-Welt Vögel ins Zentrum seiner Arbeiten gerückt.DasTempo, indem die Veränderung stattfindet, steigt rasant, mit jedem Jahr, Monat, oder noch viel schneller, verschwinden Tiere und Pflanzen von unserem Planeten – manche Vögel, die er malt, sind bereits ausgestorben oder existieren nur noch in seiner Fantasie.

Text – Ali Al Taiee, Joachim Keller

Die Gleichförmigkeit der Zeit – Herbert Hofer, Rober Zöchling

Die Wirklichkeit ist nicht das, was wir sehen …

dieser Fluss der Zeit ist uns sehr vertraut

und zugleich

äußerst rätselhaft –

aber trotzdem wohl nur

eine

Illusion.

Robert Zöchling

 

Herbert Hofer –„Das unheimliche Flackern der Bilder“

Wir sehen offensichtlich doppelt belichtete Fotos von Alltagsgegenständen, Menschen, aber vor allem von Räumen. Sie wirken unwirklich und rätselhaft. Wie kommt die links oben identifizierbare, leuchtende Neonröhre nach rechts unten? Warum sehe ich sie doppelt aber verkehrt: Einmal als Positiv – einmal als dunkles Negativbild? Offenbar hat eine Transformation/ein Prozess stattgefunden, dessen Ausgangspunkt und Ergebnis ich nun simultan fotografisch festgehalten, quasi eingefroren wahrnehme.

Ist ein Foto gefrorene Zeit? Sehen wir die 2 Kader eines superkurzen Film-Clips? Ein Flackern, gewissermaßen? Tatsächlich haben die Fotoarbeiten für mich eine filmische Anmutung: Viele stellen durch Überlappungen diffuse Räume dar. Diese physisch zu durchmessen – oder auch nur mit Blicken zu erfassen – braucht Zeit. Das Kippen des Bildes täuscht eine Aufhebung der Schwerkraft vor. Umgestürzte Sessel scheinen zu schweben. Die Zeit fließt nicht gleichförmig – es wirkt eher wie ein wiederholtes Anhalten derselben, ein Ruckeln, vielleicht auch ein Schweben zwischen zwei Zuständen. Das ursprüngliche Bild scheint klar zu sein: Es muss das Positiv sein! Aber muss es? In der analogen Fotografie ist das erste Abbild ein zum Original seitenverkehrtes Negativ. Und durch das Hin- und Her-Springen zwischen den Bildern/Zuständen in einem Bild scheint die zeitliche Reihenfolge ohnehin aufgehoben. Davor ist danach – und umgekehrt.

Sowohl durch die räumlichen Überlappungen als auch durch die Zeitsprünge entsteht der Eindruck, als entstünde ein weiterer (Zeit-) Raum dazwischen: Eine unheimliche aber faszinierende Zwischenwelt, die nicht unseren physikalischen Gesetzen zu gehorchen scheint.

Text – Felix Malnig, 2019

 

WERT-PAPIERE – Maria Bussmann, Stephan Hafner, Heike Schäfer

 

Welchen Wert haben Noten von Liedern, die nicht mehr aufgeführt werden, Migrationspapiere, die nicht unterzeichnet werden?

Wieviel wert ist 1 Billion, eine Stimme in der Präsidentschaftswahl, eine künstlerische Arbeit, die von einem Künstler gefälscht wurde?

Maria Bussmann, Stephan Hafner und Heike Schäfer zeigen Papierarbeiten, die sich auf verschiedene Weise mit dem Schaffen, (An-)Erkennen und Bewahren von Werten auseinandersetzen.

Sie hinterfragen gesellschaftliche und nummerische Systeme, deren Relevanz und Fragilität, nicht ohne subtilem Humor, der für ihre künstlerischen Positionen charakteristisch ist.

2018

LÜCKEN – Mansurshon

Linien, ein Atemhauch…
Endlos, in einer durchgehenden Bewegung begleiten die Linien meine Gedanken – was auch immer jetzt, heute passiert, hervorgerufen aus dem Unterbewusstsein der Vergangenheit, in ein Ganzes. Durch den Ausdruck meiner Gefühle in jedem meiner Werke erlange ich Ruhe und Harmonie…

Mansurshon

"REDRAW"

 

Tatia Skhirtladze

 

2015   Illusion ist die Arbeit über Film als un-totes Medium und über Sehnsucht nach Farben.

Seit 2012 wird Illusion immer weiter entwickelt und verändert.

Die ursprünglich geplante  filmische Arbeit und Installation, wurde in 2014 zu einer Photoserie.

Diese Fotoserie wird  bei der Ausstellung „REDRAW“ in der Galerie Frewein-Kazakbaev gemeinsam mit Farbgrafiken  ausgestellt. 

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OSSO

 

Die Sehnsucht nach Bewegungsfreiheit.  

Osso´s Bilder thematisieren ein Erforschen, ein fast zum Bersten energiegeladenes Verharren, ein Finden in Farben und Formen. Eine Ausstellung über die Sehnsucht nach Bewegungsfreiheit.  

Osso´s Bilder thematisieren eine Suche, ein Erforschen, ein fast zu bersten energiegeladenes Verharren, ein Finden in Farben und Formen.

Tuschezeichnungen:

Ein Erforschen von Körper und Drang in sich ständig veränderndem Kontext.

Öl und Acryl auf Papier:

Duett von Körper und Emotion

Acryl auf Leinwand:

Tanz verharrend im Augenblick

"Ich reise nicht, ich flüchte"

 

Dieter Matzalik

 

Wer hat sich in den letzten Monaten nicht gefragt:
„Was würde ich mitnehmen?“
oder ist das ein Luxusfrage, weil die Menschen entsetzt vor ihren möglicherweise in Trümmern liegenden Häusern standen und wer denkt da noch an´s Mitnehmen?

Es wird Sie alle geben; diejenigen die Flüchten, weil ihre Häuser und Existenzen zerstört sind, Familien und Freunde längst weg sind. Oder junge Männer mit der einzigen Aussicht in der Assadschen Armee zu morden, die aber nicht in den Krieg wollen?
Und dann sind da noch die Wirtschaftsflüchtlinge, die bei uns sogut wie niemand haben will – je nach politischer Gesinnung fällt die Formulierung der Ablehnung oder der Tonfall streng bis polternd und rüde aus – aber wie habe ich mir das vorzustellen?
Gemüsehändler in Kobane zu sein und keinen Asylgrund angeben zu können; also auf den Grünmarkt und Tomaten oder Orangen einkaufen und dann zwischen Geschützen oder zertrümmerten Häusern hindurch mit dem Handwägelchen Sie stückweise an vitaminhungrige Soldaten oder Rebellen verkaufen?
Die persönliche wirtschaftliche Not ist kein Grund für Asyl?
Nein, dann doch lieber ein Sackl packen, einen Schlepper organisieren, weil ohne und legal gehts gar nicht, und auf ein besseres Leben hoffen.

 

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Alexandra Kromus

 

MUST HAVES for refugees

Was ist wirklich wichtig?

Was muss ich wirklich haben?

Was ist Luxus?

 

MUST HAVE, ein Begriff aus der Modewelt.

Wir jagen oft Trends hinterher, ein neues Teil muss her.

 

Auf Reisen, bei Tagen in der Wildnis, in der Wüste oder in den Bergen muss ich mit sehr wenig auskommen.

Bin ich aber auf der Flucht, bekommt das MUST HAVE eine andere Dimension, ich kann nicht zurückkehren zu meinem Sofa, Fernseher, übervollem Kleiderkasten.

Für mich als Flüchtling ist ein MUST HAVE nichts anderes als Überlebensnotwendig.

 „MUST HAVE“. Trinken, Essen, ein warmer, trockener Schlafplatz werden zum „MUST HAVE“.

Das mindeste an Notwendigem das ich zum Überleben brauche.

Überlebensnotwendig und gleichzeitig auch Luxus, eine warme Decke in einer kalten Nacht auf der Strasse macht den Unterschied zwischen unerträglich und halbwegs erträglich.

Ein trockener Schlafplatz ist vielleicht schon Luxus? - aus der Perspektive eines Nachtplatzes auf hartem kalten Beton oder Asphalt.

 

Fotografien von Alexandra  Kromus                                                                             Wien, 2016